Das Silberbergwerk Suggental

Die heute untertage zugänglichen Bereiche des Grubengebäudes, allesamt aufgewältigt und freigelegt von der Bergbauforschungsgruppe Suggental, sind das Ergebnis einer Vielzahl bergbaulicher Epochen. Bis zum heutigen Tage sind insgesamt ca. 450 m Gesamtstrecke aufgewältigt worden und begehbar, die Gesamthöhe des zugänglichen Grubengebäudes (Seigererstreckung) beläuft sich dabei auf rund 39 m. Die Grube Erich ist das einzige Bergwerk in Baden-Württemberg, das über eine Tagschachtförderung verfügt.

Der St. Josephi-Stollen ist direkt im Streichen des Hauptganges angelegt. Nach Überlieferungen (Carato 1786) soll er eine Gesamtlänge von über 400 m aufweisen. Bis heute sind davon rund 350 m freigelegt worden und begehbar. Von ihm gehen mehrere kleine Querschläge, Blindstollen und Schächte ab. Zum Teil sind seine mittelalterlichen Stösse und die Firste dem späteren Abbau zum Opfer gefallen. An solchen Stellen ist ein massiver nachträglicher Ausbau zur Sicherung des Stollens erforderlich, der eine Kartierung z. T. stark beeinträchtigt. Stollenprofil und –art belegen, dass der Stollen im Mittelalter angelegt und im 18. Jahrhundert nachgerissen wurde. Ältere, in „runder“ Schlägel- und Eisen Arbeit angelegte Stollenteile wurden dabei z. T. schon in Schiessarbeit nachgerissen. Im Bereich des heutigen Förderschachtes und Halle 2 ist er teilweise vollständig durch den Schwerspatabbau im 20. Jahrhundert zerstört. Der Stollen ist fast auf gesamter Länge mit Holzschienen ausgelegt, die einerseits die Begehung erleichtern und andererseits von der Forschungsgruppe auch aktiv zur Förderung des Haufwerks genutzt werden.

Aus bergbaulicher Sicht interessant ist die Planung und Anlage des Stollens durch die „Alten“: so verläuft der Stollen in weiten Bereichen neben dem Erzgang und folgt einer Störungszone, die leichter zu bearbeiten war als der Erzgang selbst. Auf ihn wurden in regelmäßigen Abständen Querschläge zum Abbau angelegt. In Bereichen, in denen eine Silifizierung das Nebengestein verhärtete, wurde der Stollen in den Erzgang verlegt (z.B. zwischen Halle 1 und 2).

Der Unterbaustollen liegt rund 7 m unter dem Niveau des St. Josephi-Stollens und damit auch unterhalb des Grubenwasserspiegels. Er war Anfang der neunziger Jahre kurzzeitig zugänglich. Vermutlich stammt er aus der Zeit des 18. Jahrhunderts. Dieser Bereich ist nicht begehbar und damit auch nicht für eine Kartierung zugänglich.

Im oberen Bereich der Grube ist der St. Anna–Stollen auf einer Länge von 57 m aufgefahren worden. Er stammt vermutlich auch aus dem Mittelalter, wurde aber im 18. und 20. Jahrhundert mehrfach nachgerissen. Seine Anlage senkrecht zum Streichen von Störungen und Erzgängen macht ihn für eine Kartierung interessant. Aufgrund dieser Tatsache kann er als Suchstollen interpretiert werden. Von ihm geht der Hauptfahrschacht auf das Niveau des St. Josephi–Stollens ab.

Ebenfalls senkrecht zum Streichen von Störungen und Erzgängen angelegt wurde der Matze–Stollen im Jahre 1937. Seine Gesamtlänge beläuft sich auf 54 m. Er trifft nach 15 m querschlägig auf den Erzgang, durch den der Hauptförderschacht verläuft. Auch dieser Stollen kann als Suchstollen interpretiert werden.

Zwischen St. Josephi–Stollen und dem Niveau der beiden genannten, querschlägig angelegten höheren Sohlen liegen verschiedene Bereiche, in denen Schwerspat abgebaut wurde. Diese sind nur bedingt zugänglich. Zwei Profile über die Höhenerstreckung der Grube wurden angelegt, eines im Bereich des Hauptförderschachtes zwischen St. Josephi- und Matze-Stollen und ein weiteres im Bereich des Hauptfahrschachtes zwischen St. Josephi- und Anna-Stollen.

Seigerriss durch den Anna - Stollen mit geologischer Interpretation

Weiter mit: