Die Geologie der Erzlagerstätte Suggental

Untertagekartierung

Neben der hochinteressanten Geschichte der Suggentäler Silbergruben stellen die durch die Bergbauforschungsgruppe Suggental freigelegten, untertägigen Strecken eine einmalige Möglichkeit dar, die Grube mit modernen geowissenschaftlichen Methoden zu untersuchen.

Dies geschah im Jahr 2006 durch die Bergbauforschungsgruppe. Hierbei konnten viele neue Erkenntnisse zur Mineralogie, der Strukturgeologie und der Entstehungsgeschichte der Lagerstätte sowie zu den geologischen Verhältnissen der näheren Umgebung des Suggentales gewonnen werden.

Die Forschungsarbeit ist bis heute noch nicht abgeschlossen - einige Ergebnisse der Arbeit sollen aber auf den folgenden Seiten präsentiert werden. Alle Graphiken und Abbildungen sind, wenn nicht anders angegeben, Eigentum der Bergbauforschungsgruppe Suggental. Jegliche Vervielfältigung und Verwendung dieser Abbildungen bedarf der ausdrücklichen Genehmigung der Gruppe.

Wir freuen uns über Anregungen/ Kritik/ Kommentare etc. auf diesem Wege!

Zusätzlich weisen wir darauf hin, daß wir keine abschließenden Ergebnisse vorstellen. Auf dieser Homepage sind die von der Forschungsgruppe im letzten Jahr erarbeiteten Daten, Ergebnisse und deren Interpretation dargestellt.

Dem am Thema Geologie und Mineralogie dieses Gebietes interessierten Leser seien zur weiteren Betrachtung insbesondere folgende Schriften nahegelegt (in alphabetischer Reihenfolge): Bliedtner/ Martin 1986, Groschopf et al. 1996, Metz et al. 1957, Metz 1962, Schmeltzer 1990, Steen 1995, Walenta et al. 1989, Werner et al. 1994 und 2004. Die ausführlichen Titel der Publikationen finden Sie auch unter dem Menüpunkt „Archivalien“.

Das regionalgeologische Umfeld

Geologie/ Lithologie

Geologische Karte des Suggentals und Umgebung (GK 7913, GLA 1980)

Das Suggental lässt sich in das Grundgebirge des Scharzwaldes, die sogenannte Zentralschwarzwälder Gneismasse, einordnen. Nach der amtlichen Geologischen Karte des Gebietes (GK 25/ Blatt 7913 Freiburg Nordost) bildet ein heller, z. T. Hornblende führender, Paragneis das Nebengestein des Suggentales. In diesen eingeschaltet findet sich in W-E Richtung eine Einheit von Hornblende führendem Orthogneis. Eine Grenze zwischen beiden Einheiten verläuft laut GK 25 auch im Bereich der "Grube Erich". Diese konnte jedoch im Rahmen der Kartierung nicht bestätigt werden. Beide Gesteine sind in einer Zone, die parallel zum Talgrund des Suggentales verläuft, in der Vergangenheit starker bruchhafter Verformung ausgesetzt gewesen.

 

Strukturgeologie/ Tektonik

Übersichtskarte über die tektonischen Grosseinheiten um das Suggental (modifiziert nach Benn (2006))

Strukturgeologisch betrachtet liegt das Suggental auf einer als Kandel-Scholle bezeichneten Großstruktur. Diese wird im Nordwesten von der Elztalstörung und im Norden von der Simonswälder Störung begrenzt. Die Simonswälder Störung kann mittlerweile als gesichert angesehen werden, ein Ergebnis der Nachuntersuchungen des Waldkirch–Bebens aus dem Jahre 2004. Die Simonswälder Störung geht in die jungpaläozoische Störungszone von Zinken – Elme über. Im Süden wird die Kandel–Scholle durch einen Abbruch zur 500 m tiefer liegenden Fläche von St. Peter begrenzt.

Groschopf et al. (1996) vermuten, daß die Kandelscholle auf ihrer Südseite von einer Störung begrenzt ist, die etwa in NW-SE-Richtung durch das obere Glottertal in das Suggental reicht. Diese Störung wird als diejenige erachtet, die den Hauptteil des Vertikalverstzes während der Hebung der Kandelscholle infolge der Hebung der Grabenschultern des Oberrheingrabens kompensiert. Es kann als gesichert angesehen werden, daß eben diese, von Groschopf et al. (1996) noch vermutete Störung die Hauptstörung im Suggental darstellt, die durch die Grube untertage aufgeschlossen ist und im Rahmen dieser Kartierung untersucht wurde.

Ein Erdbeben der Magnitude 5,4 auf der Richterskala, das sich am 05.12.2004 unterhalb des Kandelmassives ereignete, zeigt, daß die Umgebung des Suggentales geologisch sehr aktiv ist.

Ergebnis der Kartierung - die geologische Karte

Alle untertage gesammelten Daten wurden auf folgender geologisch/ strukturgeologischer Karte zusammengefasst:

Auf den folgenden Seiten sollen verschiedene Einzelergebnisse der durch Mitglieder der Forschungsgruppe durchgeführten Kartierung vorgestellt und die aus Ihnen gezogenen Schlüsse erläutert werden.

Anregungen/ Fragen/ Kritik bitte an:

                                                                                    peter_geerdts (at) yahoo.com